Kosten & Preise
Kosten für Objektschutz: Stundensätze, Beispielrechnungen und Preisfaktoren

Posten, Kontrollgänge oder Revierdienst
Bevor es um Euro geht, lohnt ein Blick darauf, was Sie eigentlich einkaufen. Im Objektschutz gibt es drei Grundformen, die unterschiedlich abgerechnet werden.
Fester Posten
Eine Sicherheitskraft bleibt während der vereinbarten Zeit ununterbrochen am Tor, an der Pforte oder im Gebäude. Jede Stunde wird bezahlt. Dafür kann sie Besucher und Lieferungen kontrollieren und bei einem Vorfall ohne Verzögerung handeln.
Kontrollgänge durch Personal vor Ort
Auch hier ist die Kraft die ganze Schicht auf dem Gelände, geht aber in festen oder wechselnden Abständen Runden durch Gebäude und Außenbereiche. Abgerechnet wird ebenfalls jede Stunde. Der Unterschied zum Posten liegt in den Aufgaben, kaum im Preis. Wie viele Runden je Schicht vorgesehen sind und was dabei geprüft wird, sollte im Angebot stehen.
Revierdienst
Ein mobiler Dienst fährt Ihr Objekt ein- oder mehrmals pro Nacht an, prüft Türen, Tore und Fenster und fährt dann zum nächsten Auftraggeber weiter. Berechnet wird je Kontrolle, weil sich mehrere Kunden die Fahrzeit teilen. Zwischen zwei Kontrollen ist niemand vor Ort.
Ergänzen lässt sich das mit einer Alarmaufschaltung: Löst die Anlage aus, fährt ein Interventionsdienst zum Objekt. Das wird als monatliche Gebühr plus Betrag je Einsatz abgerechnet.
Orientierungswerte für Objekt- und Werkschutz
| Leistung | Abrechnung | Orientierung netto |
|---|---|---|
| Objektschutz, werktags tagsüber | je Stunde | 25–35 € |
| Objektschutz nachts, am Wochenende oder als Mischsatz rund um die Uhr | je Stunde | 28–38 € |
| Posten rund um die Uhr | je Monat (rund 730 Stunden) | ca. 20.000–28.000 € |
| Empfangs- und Pförtnerdienst | je Stunde | 26–36 € |
| Werkschutz mit qualifiziertem Personal | je Stunde | 32–48 € |
| Revierdienst | je Kontrolle (Anfahrt und kurzer Rundgang) | 25–45 € |
| Revierdienst mit einer Kontrolle pro Nacht | je Monat | ca. 700–1.400 € |
| Alarmverfolgung | je Einsatz inkl. ca. 30–60 Minuten vor Ort | 50–100 € |
| Alarmaufschaltung | je Monat, Einrichtung einmalig 50–600 € | 20–60 € |
Orientierungswerte (netto, Stand 2026) für Süddeutschland und den Großraum Stuttgart aus Marktübersichten und Tarifdaten – keine Preiszusage. Ein verbindliches Angebot hängt von Objekt, Einsatzzeiten und Qualifikation ab.
Werte für Ordner, Doorman, Brandwache oder Personenschutz und die Herleitung vom Tariflohn zum Stundensatz finden Sie im Überblick zu den Kosten eines Sicherheitsdienstes. Hier geht es um die Frage, wie aus diesen Sätzen ein Monatsbetrag für Ihr Objekt wird.
Stunden pro Monat: der eigentliche Preistreiber
Ob ein Anbieter 28 oder 31 € je Stunde verlangt, macht weniger aus als die Frage, wie viele Stunden Sie buchen. Ein Monat hat im Durchschnitt rund 30,4 Tage, 21,7 Werktage von Montag bis Freitag und 4,35 Wochen. Daraus ergeben sich für einen besetzten Posten diese Stundenzahlen:
| Besetzung | Rechnung | Stunden pro Monat |
|---|---|---|
| Rund um die Uhr, jeden Tag | 24 × 30,4 | ≈ 730 |
| Jede Nacht von 18 bis 6 Uhr | 12 × 30,4 | ≈ 365 |
| Jede Nacht von 20 bis 6 Uhr | 10 × 30,4 | ≈ 304 |
| Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr | 10 × 21,7 | ≈ 217 |
| Wochenende von Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr | 48 × 4,35 | ≈ 209 |
Zwei Stunden mehr oder weniger pro Nacht verändern den Umfang um rund 60 Stunden im Monat – bei 28 bis 38 € sind das etwa 1.700 bis 2.300 €. Prüfen Sie deshalb, ob sich die Zeiten am tatsächlichen Risiko orientieren. Muss die Bewachung schon bei Schichtende beginnen, oder reicht es ab dem Zeitpunkt, an dem niemand mehr im Betrieb ist? Wird samstags vormittags noch gearbeitet, sodass der Wochenenddienst später einsetzen kann?
Posten rund um die Uhr: Zuschläge und Personalbedarf
Warum der Mischsatz über dem Tagsatz liegt
Ein Posten, der nie unbesetzt ist, arbeitet zwangsläufig nachts, sonntags und an Feiertagen. Der Lohntarifvertrag Baden-Württemberg sieht dafür Zuschläge auf den Stundengrundlohn vor: 15 % für Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr, 35 % an Sonntagen und 100 % an Feiertagen; fällt eine Nachtstunde auf einen Sonntag, addieren sich die Zuschläge. Über das Jahr gewichtet ergibt sich vereinfacht:
| Zuschlag | Anteil der Stunden | Gewichteter Aufschlag auf den Lohn |
|---|---|---|
| Nacht, 15 % | 10 von 24 Stunden | 6,25 % |
| Sonntag, 35 % | 1 von 7 Tagen | 5,0 % |
| Feiertag, 100 % | rund 13 von 365 Tagen | ≈ 3,6 % |
| Zusammen | ≈ 14,8 % |
Vereinfachung: zwölf gesetzliche Feiertage in Baden-Württemberg sowie Heiligabend und Silvester ab 12 Uhr als halbe Tage. Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, sind nicht gesondert berücksichtigt.
Der Lohn für eine durchschnittliche Stunde steigt damit von 15,14 € auf etwa 17,38 €. Mit denselben Aufschlägen für Sozialversicherung, Ausfallzeiten, Gemeinkosten und Gewinn wie in der Modellrechnung für den Tagsatz im Kostenüberblick (Faktor rund 1,60 bis 1,94) ergibt das einen Mischsatz von etwa 27,86 bis 33,79 € je Stunde. Auf 730 Stunden gerechnet sind das rund 20.300 bis 24.700 € im Monat. Die Marktspanne von ca. 20.000 bis 28.000 € reicht etwas höher. Anbieter kalkulieren Ausstattung, Einsatzleitung und Vertretung unterschiedlich.
Wie viele Menschen hinter einem Posten stehen
Eine Vollzeitkraft kommt bei der vereinfachten Annahme von 173 bezahlten Stunden im Monat auf knapp ein Viertel der 730 Stunden eines Dauerpostens. Rechnerisch sind das 4,2 Vollzeitstellen. Zieht man Urlaub (laut Manteltarif Baden-Württemberg 30 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche), Krankheit und Schulungen mit 15 bis 20 % ab, teilen sich rechnerisch etwa fünf Personen den Posten. Wie viele es tatsächlich sind, hängt vom Schichtmodell und den arbeitszeitrechtlichen Grenzen ab.
Mit einem Dauerposten kaufen Sie also kein Einzelpersonal, sondern ein kleines Team samt Vertretung. Fragen Sie, wie viele Kräfte fest für Ihr Objekt eingeplant sind, wie neue Kräfte eingewiesen werden und wer bei kurzfristigem Ausfall einspringt.
Vier Beispielrechnungen
Die Beispiele sind netto und ohne Anfahrt gerechnet, mit den Orientierungswerten aus der Tabelle oben. Die Ergebnisse sind gerundet.
Pforte an Werktagen
- Einsatz
- 1 Kraft am Werkstor, Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr
- Umfang
- 10 Stunden × 21,7 Werktage ≈ 217 Stunden
- Rechnung
- 217 Stunden × 26–36 € (Empfang und Pforte)
- Ergebnis
- rund 5.600–7.800 € im Monat
- Hinweis
- Feiertage sind nicht herausgerechnet. Soll die Pforte Werkschutzaufgaben mit qualifiziertem Personal übernehmen, gelten höhere Sätze.
Lager außerhalb der Betriebszeiten
- Einsatz
- 1 Kraft vor Ort, werktags von 18 bis 6 Uhr und am Wochenende von Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr
- Umfang
- 12 × 21,7 ≈ 260 Stunden + 48 × 4,35 ≈ 209 Stunden = 469 Stunden
- Rechnung
- 469 Stunden × 28–38 € (Nacht und Wochenende)
- Ergebnis
- rund 13.100–17.800 € im Monat
- Hinweis
- Die Stunden zwischen 18 und 20 Uhr sind tariflich keine Nachtarbeit. Der Satz für Nacht und Wochenende ist hier deshalb eine Näherung.
Posten rund um die Uhr
- Einsatz
- 1 ständig besetzter Posten, 7 Tage die Woche
- Umfang
- 24 Stunden × 30,4 Tage ≈ 730 Stunden
- Rechnung
- 730 Stunden × 28–38 € (Mischsatz)
- Ergebnis
- rund 20.400–27.700 € im Monat
- Hinweis
- Das deckt sich mit der Marktspanne von ca. 20.000–28.000 €. Eine zweite Kraft je Schicht verdoppelt den Betrag.
Revierdienst mit Alarmaufschaltung
- Einsatz
- 2 Kontrollen pro Nacht, Alarmanlage aufgeschaltet, ein Alarm mit Einsatz im Monat
- Umfang
- 2 × 30,4 Nächte ≈ 61 Kontrollen
- Rechnung
- 61 × 25–45 € + 20–60 € Aufschaltung + 50–100 € Einsatz
- Ergebnis
- rund 1.600–2.900 € im Monat, dazu einmalig 50–600 € für die Einrichtung
- Hinweis
- Kein Ersatz für einen Posten: Die meiste Zeit ist niemand auf dem Gelände, und nach einem Alarm vergeht Fahrzeit bis zum Eintreffen.
Zwischen dem dritten und dem vierten Beispiel liegt grob eine Größenordnung. Welche Form genügt, hängt davon ab, was im ungünstigsten Fall passieren kann. Ein leeres Bürogebäude mit guter Alarmanlage braucht etwas anderes als ein Lager mit leicht verkäuflicher Ware und einer Zufahrt ohne Tor. Wie die Aufschaltung technisch und organisatorisch abläuft, beschreibt die Seite Alarmaufschaltung mit Interventionsdienst.
Werkschutz: wann qualifiziertes Personal nötig ist
In Industriebetrieben kommen zur Bewachung betriebliche Abläufe hinzu: Lkw an der Schranke abfertigen, Lieferpapiere abgleichen, Werksausweise ausgeben, Besucher einweisen. Für qualifiziertes Personal im Werkschutz sind etwa 32 bis 48 € je Stunde marktüblich.
Der Grund liegt vor allem im Tarifvertrag. Verlangt der Auftraggeber einen Abschluss als Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft, gilt 2026 ein Stundengrundlohn von 18,40 € statt 15,14 € – gut 21 % mehr. Für Schichtführer sieht der Tarifvertrag zusätzlich eine Zulage von 0,52 € je Stunde vor. Auch Sicherheitsmitarbeiter mit Sachkundeprüfung werden höher eingruppiert (15,71 €), allerdings ebenfalls nur, wenn der Auftraggeber diese Qualifikation fordert.
Gesetzlich verlangt § 34a Abs. 1a GewO die Sachkundeprüfung nur in einzelnen Fällen, zum Beispiel wenn Kräfte Streife in Bereichen gehen, die tatsächlich öffentlich zugänglich sind. Für die Bewachung eines abgeschlossenen oder umzäunten Firmengeländes genügt nach einer unverbindlichen Einordnung der IHK Rheinhessen in der Regel die Unterrichtung; im Zweifel entscheidet die Behörde. Verlangen Sie höhere Abschlüsse deshalb dort, wo die Aufgabe sie braucht – etwa für die Schichtführung, bei komplexen Zutrittsregeln oder bei Gefahrstofflagern – und nicht pauschal für jede Stunde.
Was am Objekt den Preis verändert
- Größe und Zugänge: Je mehr Tore, Türen und Gebäude, desto länger dauert ein Rundgang und desto eher braucht es eine zweite Kraft oder zusätzliche Kontrollen.
- Besucher- und Lieferverkehr: Wo laufend Besucher und Lieferfahrzeuge kommen und gehen, reicht ein Revierdienst in der Regel nicht. Dann ist meist ein Posten nötig.
- Vorhandene Technik: Eine aufgeschaltete Alarmanlage, gute Beleuchtung und ein intakter Zaun verringern die nötige Präsenz. Fehlt Technik, muss Personal die Lücke füllen. Welche Anlage sinnvoll ist, klärt die Seite zu Alarmanlagen für Gewerbe und Privat.
- Aufenthalt für das Personal: Ein fester Posten braucht einen geschützten, beheizten Platz, Zugang zu einer Toilette und Strom. Müssen Container oder Toilettenwagen gestellt werden, kostet das zusätzlich.
- Schließ- und Öffnungsdienst: Abschließen, Kontrollieren, dass niemand mehr im Gebäude ist, und Scharfschalten der Anlage brauchen Zeit und eine klare Schlüsselregelung.
- Nachweise: Elektronische Kontrollpunkte und tägliche Berichte kosten Ausstattung und Zeit, machen die Leistung aber überprüfbar.
- Entfernung: Für einen Posten fällt sie kaum ins Gewicht. Für Revierdienst und Intervention bestimmt sie Kosten und Fahrzeit.
- Laufzeit und Vorlauf: Ein Auftrag über ein Jahr lässt sich mit festen Kräften planen. Ein Einsatz, der heute Abend beginnen soll, verlangt Umplanung.
Angebot prüfen
Ein gutes Objektschutz-Angebot erkennen Sie daran, dass Sie den Monatsbetrag selbst nachrechnen können. Diese Angaben gehören hinein:
- Einsatzzeiten je Wochentag und die daraus folgenden Stunden im Monat
- Stundensätze getrennt nach Tag, Nacht, Sonntag und Feiertag oder ein Mischsatz mit Angabe, was er abdeckt
- Zahl der Kräfte je Schicht und die kalkulierte Qualifikation
- Anzahl der Rundgänge je Schicht und was dabei geprüft wird
- Vorgehen bei Vorfällen: wer informiert wird und wer entscheidet
- Form der Dokumentation und wie oft Sie Berichte erhalten
- Umgang mit Tariferhöhungen – die nächste Stufe im Objektschutz (15,70 €) gilt ab 1. Januar 2027
- Laufzeit, Kündigungsfristen und Kosten für kurzfristige Änderungen
Wann Sie beim Preis nachfragen sollten
Aus der Rechnung oben lässt sich für einen Posten rund um die Uhr eine grobe Untergrenze ableiten: 730 Stunden × 27,86 € ergeben rund 20.300 € im Monat. Dieser Wert beruht auf den niedrigsten Annahmen für Nebenkosten, Ausfallzeiten und Gewinn. Liegt ein Angebot deutlich darunter, fragen Sie, ob Zuschläge, Vertretungen und Einsatzleitung enthalten sind und nach welchem Tarif bezahlt wird. Die entsprechende Einordnung für Tagschichten steht im Kostenüberblick. Weitere Prüfpunkte wie Erlaubnis und Versicherung enthält die Checkliste zur Auswahl eines Sicherheitsdienstes.
Bei einer Anfrage an SOX besprechen wir Schutzziel, Zeiten und Gegebenheiten des Objekts. Nutzen Sie die Liste oben gern auch, um unser Angebot zu prüfen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Wachmann für eine Nacht?
Was kostet Objektschutz rund um die Uhr im Monat?
Ist ein Revierdienst günstiger als eine Sicherheitskraft vor Ort?
Warum kostet Objektschutz am Sonntag und an Feiertagen mehr?
Werden die Preise für Objektschutz 2027 steigen?
Kann ich Objektschutz nur für ein paar Wochen buchen?
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