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Gehalt & Karriere 17 Min. Lesezeit 19. Juni 2026

Sicherheitsmitarbeiter Gehalt 2026:
Was verdient man im Sicherheitsdienst wirklich?

14,92 € oder 22,28 € pro Stunde? Beim Gehalt im Sicherheitsdienst entscheiden Qualifikation, Bundesland, Einsatzbereich und Zuschläge über mehrere hundert Euro im Monat. Dieser Ratgeber zeigt dir die aktuellen Tariflöhne 2026 mit Tabellen, das echte Netto, die wichtigsten Gehaltsfaktoren – und die konkreten Schritte, mit denen du als Sicherheitsmitarbeiter spürbar mehr verdienst. Aus der Praxis eines Sicherheitsdienstes.

Stand: Juni 2026 · Datenbasis: BDSW-Tarifverträge Sicherheitsgewerbe 2026, Statistisches Bundesamt, IHK, Gehaltsportale (StepStone, Indeed)

Sicherheitsmitarbeiter im modernen Dienst – Gehalt, Stundenlohn und Karriere im Sicherheitsdienst 2026

Kurz & knapp: Was verdient ein Sicherheitsmitarbeiter 2026?

Ein Sicherheitsmitarbeiter verdient 2026 tariflich zwischen 14,92 € und 22,28 € pro Stunde – abhängig von Bundesland, Qualifikation und Einsatzbereich. Das durchschnittliche Vollzeit-Bruttogehalt liegt bei rund 2.491 € im Monat, netto bleiben etwa 1.700–1.900 €. Der Einstieg im Objektschutz beginnt bei ca. 14,92–15,15 €/h, eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit erreicht bis 22,28 €/h. Steuerfreie Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge erhöhen das Netto zusätzlich. Wichtigster Gehaltshebel: die Sachkundeprüfung nach §34a.

Gehalt im Überblick: Stunde, Monat, Jahr

„Was verdient man eigentlich im Sicherheitsdienst?" – diese Frage stellen sich Berufseinsteiger, Quereinsteiger und Branchenkenner gleichermaßen. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Aber anders, als viele denken, lässt sich die Spanne ziemlich genau beziffern, denn das Sicherheitsgewerbe ist tariflich klar geregelt.

Hier die wichtigsten Eckwerte für 2026 auf einen Blick:

14,92–22,28 €

Stundenlohn (Tarif, je nach Qualifikation & Bundesland)

~2.491 €

Ø Bruttogehalt pro Monat (Vollzeit, Median)

~30.000–42.000 €

Jahresgehalt brutto (je nach Region & Zuschlägen)

Zur Einordnung: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € pro Stunde. Die unterste Tarifstufe im Sicherheitsgewerbe beginnt mit 14,92 € also rund 7 % darüber – und nach oben ist die Spanne weit offen. Wer Qualifikation, Einsatzbereich und Zuschläge geschickt kombiniert, kann seinen realen Stundenverdienst um 30 bis 50 % steigern. Genau diese Stellschrauben schauen wir uns jetzt im Detail an.

Tariflöhne 2026: Die Entgeltgruppen im Detail

Die Löhne im Sicherheitsgewerbe werden zwischen dem Arbeitgeberverband BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) und den Gewerkschaften ausgehandelt – getrennt nach Bundesländern. In vielen Regionen sind diese Tarifverträge allgemeinverbindlich: Sie gelten dann für alle Unternehmen und Beschäftigten, unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft. Das schützt vor Lohndumping und macht die Löhne planbar.

Entscheidend für deinen Stundenlohn ist die Entgeltgruppe, also die Art deiner Tätigkeit und deine Qualifikation. Die folgende Tabelle zeigt die bundesweite Spanne der gängigsten Entgeltgruppen für 2026:

Entgeltgruppe / TätigkeitQualifikation€/Std. 2026
Objektschutz / Separatwachdienst§34a Unterrichtung14,60 – 15,15 €
Veranstaltungsdienst (Event-Security)§34a Sachkunde (Türsteher)14,60 – 15,55 €
Schutz von Flüchtlingsunterkünften§34a (oft Sonderzulagen)14,15 – 16,84 €
Revier- & Streifendienst§34a Unterrichtung14,72 – 17,91 €
Notruf- & Serviceleitstelle (NSL)Zusatzqualifikation NSL14,77 – 18,47 €
IHK-WerkschutzfachkraftSachkundeprüfung §34a16,17 – 21,83 €
Fachkraft für Schutz & Sicherheit3-jährige Ausbildung16,17 – 22,28 €

Quelle: BDSW-Tarifverträge Sicherheitsgewerbe 2026 (Spanne über alle Bundesländer). Laufzeit der meisten Verträge: 01.01.2026–31.12.2027.

Die Botschaft ist eindeutig: Zwischen einer einfachen Objektschutz-Tätigkeit (rund 15 €) und einer geprüften Fachkraft (bis 22,28 €) liegen über 7 € pro Stunde – bei Vollzeit sind das mehr als 1.200 € brutto im Monat. Qualifikation zahlt sich in dieser Branche unmittelbar aus. Übrigens: Für das Folgejahr ist bereits eine weitere Erhöhung vereinbart; der Ziel-Stundenlohn in der untersten Gruppe steigt 2027 auf rund 15,70 €.

Gehalt nach Bundesland & in Baden-Württemberg

Neben der Qualifikation ist das Bundesland der zweitgrößte Gehaltsfaktor. Historisch gibt es ein West-Ost-Gefälle, das sich zwar verkleinert, aber nicht verschwunden ist. Die Tarifrunden 2026 brachten branchenweit Erhöhungen von durchschnittlich 3,5 bis 3,7 %.

Baden-Württemberg & Stuttgart: Das Ländle liegt im oberen Mittelfeld. Inklusive Zuschlägen, Überstunden und Qualifikation weisen Gehaltsportale wie StepStone für die Region Stuttgart Jahreswerte bis rund 42.000 € aus. Wer hier mit Sachkundeprüfung und im Schichtdienst arbeitet, verdient spürbar mehr als der bundesweite Einstiegswert.

Grundsätzlich gilt: In wirtschaftsstarken Ballungsräumen wie Stuttgart, München, Frankfurt oder Hamburg sind sowohl die Tariflöhne als auch die Nachfrage nach qualifiziertem Personal höher. Das verbessert die Verhandlungsposition – und damit die Chance auf übertarifliche Bezahlung. Genau deshalb ist die Nachfrage nach einem professionellen Sicherheitsdienst in Stuttgart ungebrochen hoch.

Brutto-Netto: Was bleibt übrig?

Brutto ist nicht netto – diese Wahrheit gilt auch im Sicherheitsdienst. Vom durchschnittlichen Bruttogehalt von rund 2.491 € bleiben je nach Steuerklasse etwa 1.700 bis 1.900 € netto. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel für einen Vollzeit-Objektschützer (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer):

Stundenlohn (Objektschutz)15,15 €
Vollzeit ca. 165 Std./Monat≈ 2.500 € brutto
– Lohnsteuer, Soli≈ −300 €
– Sozialabgaben (KV, RV, AV, PV)≈ −510 €
= Netto (ca.)≈ 1.690 €

Vereinfachtes Beispiel ohne steuerfreie Zuschläge. Tatsächliche Werte abhängig von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Krankenkasse.

Dieses Netto klingt zunächst überschaubar – aber es ist nur die halbe Wahrheit. Denn der entscheidende Unterschied im Sicherheitsdienst sind die steuerfreien Zuschläge. Genau die machen aus einem durchschnittlichen Job ein attraktives Einkommen.

Steuerfreie Zuschläge: der unterschätzte Hebel

Sicherheit kennt keinen Feierabend – bewacht wird rund um die Uhr, auch nachts, sonntags und an Feiertagen. Genau deshalb sind Zuschläge ein fester Bestandteil des Verdienstes. Und das Beste: Nach § 3b EStG sind diese Zuschläge bis zu definierten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei – sie kommen also brutto für netto aufs Konto.

ZuschlagTypisch (Tarif)Steuerfrei bis (§3b EStG)
Nachtarbeit (22–6 Uhr)ca. 15 %25 % (40 % bei 0–4 Uhr)
Sonntagsarbeitca. 25 %50 %
Feiertagsarbeitca. 50 %125 % (Weihnachten/1. Mai bis 150 %)

Ein praktisches Beispiel: Wer regelmäßig Nacht- und Wochenenddienste übernimmt, kann sein Monats-Netto um 200 bis 400 € erhöhen – ohne einen höheren Stundengrundlohn. Für viele Sicherheitsmitarbeiter ist der Schichtdienst deshalb kein Nachteil, sondern eine bewusste Strategie zur Einkommensoptimierung. Wer flexibel ist, verdient real deutlich mehr, als die nackte Stundenlohn-Tabelle vermuten lässt.

Die 6 Faktoren, die dein Gehalt bestimmen

Warum verdient der eine Sicherheitsmitarbeiter 15 € und der andere 22 € pro Stunde? Sechs Faktoren erklären fast den gesamten Unterschied:

  • Qualifikation: Unterrichtung (40 h) vs. Sachkundeprüfung vs. Fachkraft-Ausbildung – der mit Abstand größte Hebel.
  • Einsatzbereich: Werkschutz und Leitstelle zahlen mehr als einfacher Objekt- oder Veranstaltungsdienst.
  • Bundesland: West-Ost-Gefälle und regionale Tarifgebiete; Ballungsräume zahlen tendenziell besser.
  • Arbeitszeit & Zuschläge: Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste erhöhen das Netto steuerfrei deutlich.
  • Berufserfahrung: Stammkräfte mit Betriebszugehörigkeit erreichen höhere Stufen und übertarifliche Zulagen.
  • Arbeitgeber: Seriöse Unternehmen zahlen über Tarif, bieten planbare Dienste und Weiterbildung.

Gehalt nach Einsatzbereich

Der Sicherheitsdienst ist kein einheitlicher Beruf, sondern ein Bündel sehr unterschiedlicher Tätigkeiten – mit entsprechend unterschiedlicher Bezahlung. Hier die wichtigsten Einsatzbereiche und ihre Gehaltslogik:

Objekt- & Werkschutz

Vom einfachen Objektschutz (ab ~15 €) bis zur Werkschutzfachkraft (bis ~21,83 €). Der Werkschutz mit Sachkundeprüfung zählt zu den bestbezahlten Standardtätigkeiten.

Event & Türsteher

Die Eventsicherheit und Türsteherdienste starten im Veranstaltungstarif, erfordern aber für viele Aufgaben die Sachkundeprüfung – das hebt den Stundenlohn.

Leitstelle & Revier

Die Notruf- & Serviceleitstelle (bis ~18,47 €) und der Revierdienst (bis ~17,91 €) bieten überdurchschnittliche Löhne bei oft planbareren Diensten.

Personenschutz (Spitze)

Der Personenschutz ist die Königsklasse: Spezialausbildung vorausgesetzt, liegen die Sätze deutlich über dem Tarif – im Premiumsegment weit jenseits der 22 €/h.

Wer wissen möchte, was diese Leistungen umgekehrt aus Auftraggebersicht kosten, findet die Antworten in unserem Ratgeber „Was kostet ein Sicherheitsdienst?". Auch der Kaufhausdetektiv und die Baustellenbewachung haben jeweils eigene Tariflogiken.

Karriere: So steigerst du dein Gehalt

Das Schöne am Sicherheitsgewerbe: Es ist eine echte Aufstiegsbranche. Mit jeder Qualifikationsstufe steigt das Gehalt messbar. Dieser Weg führt vom Einstieg bis in die Führungsebene:

  • 1. Unterrichtung §34a (40 Std.) → ab ~14,92 €/h

    Der Einstieg. Reicht für einfache Bewachungstätigkeiten und den Quereinstieg.

  • 2. Sachkundeprüfung §34a (IHK) → ab ~16,17 €/h

    Der wichtigste einzelne Schritt. Pflicht für Türsteher, Ladendetektive und den öffentlichen Verkehrsraum – und der Türöffner zu besser bezahlten Aufgaben.

  • 3. Fachkraft für Schutz und Sicherheit → bis 22,28 €/h

    Dreijährige duale Ausbildung. Eröffnet anspruchsvolle Einsätze und Vorgesetztenrollen.

  • 4. Meister/in für Schutz und Sicherheit → ~4.020 €/Monat

    Im Schnitt rund 56.772 € im Jahr. Führung, Einsatzplanung und Objektleitung – das obere Ende der klassischen Laufbahn.

Profi-Einschätzung: Wenn du nur eine Sache tust, um mehr zu verdienen, dann mach die Sachkundeprüfung nach §34a. Sie kostet überschaubares Geld, ist in wenigen Wochen machbar und hebt deinen Stundenlohn dauerhaft um mehrere Euro – das ist die beste Investition in der gesamten Branche.

Quereinstieg: Sicherheitsmitarbeiter werden

Das Sicherheitsgewerbe ist eine der wenigen Branchen mit echtem, niederschwelligem Quereinstieg – und gleichzeitig akutem Personalmangel. Wer zuverlässig und belastbar ist, findet schnell einen Job. Diese Schritte führen zum Einstieg:

Checkliste: Der Weg in den Sicherheitsdienst

  • Volljährigkeit (mind. 18 Jahre) und einwandfreies Führungszeugnis
  • Unterrichtung nach §34a GewO absolvieren (40-stündiger IHK-Lehrgang)
  • Zuverlässigkeitsüberprüfung durch die zuständige Behörde bestehen
  • Eintragung ins bundesweite Bewacherregister
  • Ausreichende Deutschkenntnisse für Kommunikation und Dokumentation
  • Optional, aber lohnend: direkt die Sachkundeprüfung §34a anschließen
  • Bei einem seriösen Arbeitgeber bewerben, der Weiterbildung fördert

Was viele unterschätzen: Der Beruf verlangt weit mehr als „dabei sein". Rechtssicheres Handeln, Deeskalation und Verantwortung gehören zum Alltag. Welche Befugnisse Sicherheitskräfte dabei wirklich haben, erklärt unser Ratgeber „Was darf ein Sicherheitsdienst?". Genau diese Professionalität unterscheidet einen guten Mitarbeiter – und rechtfertigt höhere Löhne.

Gehalt verhandeln: 5 Praxistipps

Auch in einer tarifgebundenen Branche ist Gehalt verhandelbar – nach oben. Übertarifliche Zulagen, Funktionszulagen und Einsatzprämien sind üblich, wenn man die richtigen Argumente hat:

  • Qualifikation sichtbar machen: Sachkundeprüfung, Erste-Hilfe-Schein, Brandschutzhelfer oder Waffensachkunde sind harte Argumente für mehr Lohn.
  • Flexibilität anbieten: Wer bereit ist, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste zu übernehmen, ist für Arbeitgeber Gold wert – und verdient steuerfrei mehr.
  • Zuverlässigkeit belegen: Lückenlose Dokumentation, pünktliche Schichten und niedrige Ausfallzeiten verschaffen dir eine starke Verhandlungsposition.
  • Spezialisieren: Wer sich z. B. Richtung Personenschutz, Leitstelle oder technische Sicherheit entwickelt, verlässt das untere Lohnsegment.
  • Arbeitgeber vergleichen: Tarif ist die Untergrenze. Seriöse Unternehmen zahlen darüber, bieten Weiterbildung und planbare Dienstpläne – Kriterien, die wir auch in „Sicherheitsdienst richtig wählen" aus Auftraggebersicht beschreiben.

Aus der Praxis: Was zählt für SOX als Arbeitgeber

SOX Sicherheitsdienst beschäftigt seit 2009 qualifizierte Sicherheitskräfte in Stuttgart und Baden-Württemberg. Unsere Erfahrung: Wer in die Sachkundeprüfung investiert, flexibel bei Schichten ist und sauber dokumentiert, steigt überdurchschnittlich schnell auf. Wir zahlen tariftreu, fördern Weiterbildung und setzen auf langfristige, planbare Einsätze statt auf ständig wechselnde Kurzeinsätze. Interesse an einer Karriere im Sicherheitsdienst? Sprich uns an oder erfahre mehr über uns.

Sicherheitsmitarbeiter-Gehalt im Berufsvergleich

„Lohnt sich der Sicherheitsdienst überhaupt?" Diese Frage lässt sich am besten im Vergleich beantworten. Die folgende Übersicht stellt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt (Vollzeit) gängiger Berufe mit vergleichbaren Einstiegshürden gegenüber:

BerufØ Brutto/MonatEinstiegshürde
Sicherheitsmitarbeiter (Einstieg)~2.491 €§34a Unterrichtung (40 Std.)
Fachkraft Schutz & Sicherheit~2.800–3.200 €3-jährige Ausbildung
Lagerhelfer / Kommissionierer~2.300–2.600 €keine / Einweisung
Berufskraftfahrer~2.600–3.000 €Führerschein CE + BKF
Reinigungskraft~2.100–2.400 €keine

Richtwerte 2026, Vollzeit, ohne Zuschläge. Quellen: Tarifverträge, StepStone, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Das Ergebnis: Der Sicherheitsdienst liegt bei vergleichbar niedriger Einstiegshürde im oberen Bereich der Helfer- und Servicetätigkeiten – und bietet anders als viele dieser Jobs einen klaren, tariflich abgesicherten Aufstiegspfad. Rechnet man die steuerfreien Schichtzuschläge hinzu, verschiebt sich das reale Netto noch deutlicher zugunsten der Sicherheitsbranche. Genau diese Kombination aus niedriger Hürde und hoher Entwicklungsmöglichkeit macht den Beruf für Quereinsteiger so interessant.

3 hartnäckige Mythen über das Security-Gehalt

Rund um die Bezahlung im Sicherheitsdienst halten sich Halbwahrheiten. Wir räumen mit den drei häufigsten auf:

Mythos 1: „Im Sicherheitsdienst verdient man nur Mindestlohn."

Falsch. Der gesetzliche Mindestlohn (13,90 € in 2026) wird im Sicherheitsgewerbe von jeder Tarif-Entgeltgruppe übertroffen – schon der Einstieg liegt bei 14,92 €. Mit Sachkundeprüfung, Zuschlägen und Spezialisierung sind 18 bis über 22 € realistisch. Der Mindestlohn ist hier die absolute Untergrenze, nicht die Regel.

Mythos 2: „Ohne Ausbildung geht gar nichts."

Ebenfalls falsch. Das Sicherheitsgewerbe ist eine der zugänglichsten Branchen mit echtem Quereinstieg: Die §34a-Unterrichtung dauert nur 40 Stunden. Eine klassische Berufsausbildung steigert das Gehalt zwar, ist aber für den Einstieg keine Pflicht – ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Berufen.

Mythos 3: „Das Gehalt ist überall gleich."

Auch das stimmt nicht. Zwischen Bundesländern, Entgeltgruppen und Einsatzbereichen liegen über 7 € pro Stunde. Wer aktiv steuert – Qualifikation, Region, Schichtmodell, Arbeitgeber – hat sein Gehalt zu einem großen Teil selbst in der Hand. Genau deshalb lohnt sich die Beschäftigung mit den Faktoren aus diesem Ratgeber.

Häufig gestellte Fragen zum Gehalt im Sicherheitsdienst

Was verdient ein Sicherheitsmitarbeiter pro Stunde?

2026 liegt der Tariflohn für Sicherheitsmitarbeiter je nach Bundesland und Qualifikation zwischen 14,92 € und 22,28 € pro Stunde. Der Einstieg im Objektschutz (mit §34a-Unterrichtung) beginnt bei rund 14,92–15,15 € pro Stunde, eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit erreicht in Nordrhein-Westfalen bis zu 22,28 € pro Stunde. Hinzu kommen steuerfreie Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, die den realen Stundenverdienst spürbar erhöhen.

Wie viel verdient ein Sicherheitsmitarbeiter im Monat netto?

Das durchschnittliche Vollzeit-Bruttogehalt liegt 2026 bei rund 2.491 € im Monat (Median). Je nach Steuerklasse bleiben davon etwa 1.700 bis 1.900 € netto übrig. Wer regelmäßig nachts, sonntags oder an Feiertagen arbeitet, erhöht sein Netto zusätzlich, weil diese Zuschläge nach § 3b EStG in den gesetzlichen Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei sind.

Was verdient ein Sicherheitsmitarbeiter in Baden-Württemberg und Stuttgart?

Baden-Württemberg liegt mit seinen Tariflöhnen im oberen Mittelfeld der Bundesländer. Inklusive Zuschlägen, Überstunden und Qualifikation weisen Gehaltsportale wie StepStone für Stuttgart Jahreswerte von bis zu rund 42.000 € aus. Entscheidend sind Qualifikation (Sachkundeprüfung statt nur Unterrichtung), Einsatzbereich und der Anteil an Nacht- und Wochenenddiensten.

Wie kann ich als Sicherheitsmitarbeiter mehr verdienen?

Der wirksamste einzelne Hebel ist die Sachkundeprüfung nach §34a GewO – sie öffnet besser bezahlte Aufgaben wie Werkschutz, Türsteher- und Veranstaltungsdienste. Darüber hinaus steigern die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, die Weiterbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit, Spezialisierungen wie Personenschutz sowie Nacht- und Wochenenddienste das Einkommen deutlich.

Was verdient eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit?

Eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit (dreijährige Ausbildung) verdient 2026 tariflich zwischen 16,17 € und 22,28 € pro Stunde. Mit der Weiterbildung zum Meister bzw. zur Meisterin für Schutz und Sicherheit sind im Schnitt rund 56.772 € im Jahr bzw. etwa 4.020 € brutto im Monat möglich, häufig in Führungs- und Planungspositionen.

Wie viel sind Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge im Sicherheitsdienst wert?

Tariflich liegen die Zuschläge je nach Region etwa bei 15 % für Nachtarbeit, 25 % für Sonntagsarbeit und 50 % für Feiertagsarbeit. Das Besondere: Diese Zuschläge sind nach § 3b EStG bis zu definierten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei (Nacht bis 25 %, Sonntag 50 %, Feiertag 125 % des Grundlohns). Gerade im Schichtdienst macht das einen erheblichen Teil des Netto-Verdienstes aus.

Wie werde ich Sicherheitsmitarbeiter (Quereinstieg)?

Für einfache Bewachungstätigkeiten genügt die Unterrichtung nach §34a GewO – ein 40-stündiger IHK-Lehrgang. Voraussetzung sind Volljährigkeit, ein einwandfreies Führungszeugnis (Zuverlässigkeitsprüfung) und die Eintragung ins Bewacherregister. Der Quereinstieg ist damit auch ohne klassische Ausbildung möglich; für anspruchsvollere und besser bezahlte Aufgaben folgt die Sachkundeprüfung nach §34a.

Verdient man bei großen Sicherheitsdiensten mehr als bei kleinen?

Der Tarifvertrag im Sicherheitsgewerbe ist in vielen Bundesländern allgemeinverbindlich – er gilt also als verbindliche Untergrenze für alle Anbieter, unabhängig von der Größe. Seriöse Unternehmen zahlen über Tarif, bieten geregelte Zuschläge, planbare Dienste und Weiterbildung. Den größten Gehaltsunterschied machen daher Qualifikation, Einsatzbereich und Arbeitgeberqualität – nicht allein die Unternehmensgröße.

Fazit: Gehalt im Sicherheitsdienst ist gestaltbar

Das Gehalt eines Sicherheitsmitarbeiters ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Wer beim Einstiegslohn von rund 15 € pro Stunde stehen bleibt, lässt Geld liegen. Wer hingegen die Sachkundeprüfung macht, sich spezialisiert, Schichtzuschläge mitnimmt und einen fairen Arbeitgeber wählt, bewegt sich schnell Richtung 20 € und mehr – mit klarer Perspektive bis zum Meister und über 4.000 € im Monat.

Die Branche wächst, der Bedarf an qualifiziertem Personal ist hoch, und die Tariflöhne steigen kontinuierlich. Für engagierte Quereinsteiger und ambitionierte Profis ist der Sicherheitsdienst damit deutlich attraktiver, als sein Ruf vermuten lässt.

Du suchst einen fairen, tariftreuen Sicherheitsdienst in Stuttgart als Arbeitgeber – oder professionelle Sicherheit für dein Unternehmen? Kontaktiere uns für ein unverbindliches Gespräch. Telefonisch erreichst du uns unter 0176 891 16638.

Karriere im Sicherheitsdienst

SOX Sicherheitsdienst – tariftreuer Arbeitgeber mit Weiterbildung und planbaren Einsätzen in Stuttgart und Baden-Württemberg seit 2009.