Kosten & Preise
Was kostet ein Sicherheitsdienst? Preise 2026 und Kostenfaktoren

Orientierungswerte nach Leistung
Die folgenden Spannen stammen aus Preisübersichten von Sicherheitsunternehmen und Portalen sowie aus einer Modellrechnung auf Basis der Tariflöhne in Baden-Württemberg. Sie beziehen sich auf Süddeutschland und den Großraum Stuttgart, gelten je eingesetzter Kraft und verstehen sich zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Es sind Marktwerte, keine Preisliste eines bestimmten Anbieters.
| Leistung | Orientierung netto | Einheit und Hinweis |
|---|---|---|
| Bewachung von Objekten und Betrieben | ||
| Objektschutz, werktags tagsüber | 25–35 € | je Stunde |
| Objektschutz nachts, am Wochenende oder rund um die Uhr (Mischsatz) | 28–38 € | je Stunde |
| Fester Posten rund um die Uhr | ca. 20.000–28.000 € | je Monat (rund 730 Stunden) |
| Empfangs- und Pförtnerdienst | 26–36 € | je Stunde |
| Werkschutz mit qualifiziertem Personal | 32–48 € | je Stunde |
| Baustellenbewachung mit Personal | 28–40 € | je Stunde |
| Revierdienst | 25–45 € | je Kontrolle (Anfahrt und kurzer Rundgang) |
| Revierdienst mit einer Kontrolle pro Nacht | ca. 700–1.400 € | je Monat |
| Alarmverfolgung | 50–100 € | je Einsatz inkl. ca. 30–60 Minuten vor Ort, danach nach Stundensatz |
| Alarmaufschaltung einer Standard-Einbruchmeldeanlage | 20–60 € | je Monat, dazu einmalig 50–600 € für die Einrichtung; Video-Aufschaltung teurer |
| Veranstaltungen, Handel und Brandschutz | ||
| Ordner und Eventsicherheit | 28–45 € | je Stunde |
| Doorman und Türsteher | 30–42 € | je Stunde, meist abends und am Wochenende |
| Ladendetektiv | 30–45 € | je Stunde (wenige Quellen) |
| Brandwache bei Heißarbeiten oder ausgefallener Brandmeldeanlage | 28–42 € | je Stunde, oft ca. 4 Stunden Mindestbuchung |
| Sanitätsdienst durch gewerblichen Anbieter | ca. 30–50 € | je Einsatzkraft und Stunde, Notfallsanitäter bis ca. 85 € (wenige Quellen) |
| Zum Vergleich: Sanitätsdienst durch Hilfsorganisation | ca. 10–28 € | je Helfer und Stunde, zuzüglich Fahrzeug- und Materialpauschalen |
| Personen und Werte | ||
| Personenschutz | 55–120 € | je Stunde und Personenschützer |
| Personenschutz als Tagessatz | 600–1.200 € | je Personenschützer für 8–10 Stunden, zuzüglich Reisekosten und Fahrzeug |
| Geld- und Werttransport | keine belastbare Spanne | meist je Stopp; abhängig von Häufigkeit, Wertgrenzen und Zusatzleistungen |
Orientierungswerte (netto, Stand 2026) aus Marktübersichten und Tarifdaten – keine Preiszusage. Ein verbindliches Angebot hängt von Objekt, Einsatzzeiten und Qualifikation ab.
Innerhalb einer Zeile erklären vor allem Einsatzzeiten, Qualifikation, Auftragsdauer und Organisationsaufwand die Unterschiede. Für einzelne Bereiche gibt es eigene Ratgeber mit mehr Tiefe: Kosten für Objektschutz rechnet Schichtpläne und Monatsbeträge durch, Brandwache: Pflicht und Kosten erklärt, wann eine Brandwache nötig ist, und Sicherheitsdienst für Veranstaltungen hilft bei der Personalplanung für Events.
Wie ein Stundensatz entsteht
Der Stundensatz auf Ihrer Rechnung ist nicht der Lohn der Sicherheitskraft. Er muss alle Kosten des Einsatzes tragen. Grundlage in Baden-Württemberg ist der Lohntarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen vom 17. November 2025. Er ist mit Wirkung vom 1. Januar 2026 allgemeinverbindlich und gilt damit für alle Betriebe, die Sicherheitsdienstleistungen für Dritte erbringen, auch ohne Verbandsmitgliedschaft.
| Lohngruppe (Auswahl) | Stundengrundlohn 2026 | ab 1. Januar 2027 |
|---|---|---|
| Objektschutz- und Separatwachdienst | 15,14 € | 15,70 € |
| Messe- und Veranstaltungsdienst | 15,14 € | 15,70 € |
| Objektschutz mit Sachkundeprüfung, wenn der Auftraggeber sie fordert | 15,71 € | 16,29 € |
| Revier- und Interventionsdienst | 16,30 € | 16,90 € |
| Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft, wenn gefordert | 18,40 € | 19,08 € |
Brutto je Stunde ohne Zuschläge. Zum Vergleich: gesetzlicher Mindestlohn 13,90 € (2026) und 14,60 € (2027). Geld- und Werttransporte fallen nicht unter diesen Tarifvertrag.
Auf den Lohn kommen Kosten, die der Arbeitgeber zusätzlich trägt. Die folgende Modellrechnung für eine Tagschicht im Objektschutz ist bewusst vereinfacht. Belegt sind Tariflohn und Sozialversicherungssätze, die übrigen Aufschläge sind Annahmen:
| Kostenblock | Ansatz | Grundlage |
|---|---|---|
| Tariflohn Objektschutz | 15,14 € | Lohntarifvertrag Baden-Württemberg 2026 |
| Arbeitgeberanteile Sozialversicherung, Umlagen, Berufsgenossenschaft | + 23–25 % | Sozialversicherung rund 21 %, Rest geschätzt |
| Bezahlte Ausfallzeiten: Urlaub (30 Tage laut Manteltarif), Krankheit, Schulung | + 15–20 % | Annahme |
| Gemeinkosten: Einsatzleitung, Disposition, Verwaltung, Dienstkleidung, Versicherung, Fahrzeuge | + 10–20 % | Annahme |
| Wagnis und Gewinn | + 3–8 % | Annahme |
| Ergebnis | 24,26–29,43 € | je Stunde, Faktor rund 1,60 bis 1,94 auf den Lohn |
Die Aufschläge werden nacheinander angesetzt, also multipliziert. Das Ergebnis liegt im unteren Teil der Marktspanne von 25 bis 35 €. Kurze Einsätze, höhere Anforderungen, Anfahrt oder Zusatzleistungen können den Satz nach oben treiben. Bei der Sicherheitskraft selbst kommt davon deutlich weniger an: 173 Stunden zu 15,14 € ergeben 2.619,22 € brutto und nach einer Näherung für Steuerklasse I ohne Kirchensteuer rund 1.838 € netto. Die Rechnung im Detail steht im Beitrag Gehalt von Sicherheitsmitarbeitern.
Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag
Der Tarifvertrag in Baden-Württemberg schreibt Zuschläge auf den Stundengrundlohn vor:
- Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr: 15 %
- Sonntagsarbeit: 35 %
- Arbeit an Feiertagen: 100 %, an Heiligabend und Silvester jeweils ab 12 Uhr
Nacht- und Sonntagszuschlag werden nebeneinander gezahlt, ebenso Nacht- und Feiertagszuschlag. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, entfällt der Sonntagszuschlag. Für eine Nachtstunde an Silvester beträgt der Lohn damit 32,55 € statt 15,14 €.
Wichtig beim Lesen von Angeboten: Die Prozente beziehen sich auf den Lohn, nicht auf Ihren Stundensatz. Anbieter preisen die Zuschläge unterschiedlich ein. Manche nennen getrennte Sätze für Tag, Nacht, Sonntag und Feiertag, andere einen Mischsatz über alle Stunden. Beides ist legitim, solange klar ist, was enthalten ist. Wie sich die Zuschläge bei einem Posten rund um die Uhr über das Jahr gewichten, zeigt der Beitrag Kosten für Objektschutz.
Fünf Beispielrechnungen
Die Beispiele rechnen mit den Orientierungswerten aus der Tabelle, netto und ohne Anfahrt. Sie zeigen Größenordnungen und ersetzen kein Angebot.
Baustelle nachts bewachen
- Einsatz
- 1 Sicherheitskraft, Montag bis Freitag von 20 bis 6 Uhr, vier Wochen
- Rechnung
- 20 Nächte × 10 Stunden = 200 Stunden × 28–40 € = 5.600–8.000 €
- Einordnung
- Das Wochenende ist nicht enthalten. Zum Vergleich: Ein gemieteter Videoturm kostet etwa 600–1.000 € im Monat plus einmalig 500–900 €, greift aber nicht selbst ein. Was sich wann eignet, steht bei der Baustellenbewachung.
Vereinsfest mit Ordnern
- Einsatz
- 4 Ordner, Samstag von 17 bis 23 Uhr
- Rechnung
- 4 Kräfte × 6 Stunden = 24 Stunden × 28–45 € = 672–1.080 €
- Einordnung
- Ab 20 Uhr fällt tariflicher Nachtzuschlag an; ob er im Satz enthalten ist, steht im Angebot. Eine gesetzliche Formel für die Zahl der Ordner gibt es nicht. Maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitskonzept und Auflagen der Behörde.
Revierdienst für ein Gewerbeobjekt
- Einsatz
- 1 Kontrolle pro Nacht an 30 Nächten
- Rechnung
- 30 Kontrollen × 25–45 € = 750–1.350 € im Monat
- Einordnung
- Marktüblich sind dafür rund 700–1.400 € im Monat. Zwischen den Kontrollen ist niemand vor Ort. Sinnvoll ist das vor allem bei überschaubarem Risiko oder zusammen mit einer Alarmanlage.
Alarmanlage mit Aufschaltung und Intervention
- Einsatz
- Aufschaltung einer Einbruchmeldeanlage für 12 Monate, zwei Alarme mit Einsatz vor Ort
- Rechnung
- 50–600 € Einrichtung + 12 × 20–60 € + 2 × 50–100 € = 390–1.520 € im ersten Jahr
- Einordnung
- Die Alarmanlage selbst ist nicht enthalten. Wie Aufschaltung und Einsatz ablaufen, beschreibt die Seite Alarmaufschaltung und Intervention.
Personenschutz bei einem Termin über zwei Tage
- Einsatz
- 1 Personenschützer, zwei Tage mit je 8–10 Stunden
- Rechnung
- 2 Tage × 600–1.200 € = 1.200–2.400 €
- Einordnung
- Reisekosten und Fahrzeug kommen hinzu. Erfordert die Gefährdungslage mehr als eine Person, vervielfacht sich der Betrag entsprechend.
Einen fest besetzten Posten rund um die Uhr, einen Pfortendienst und die Bewachung außerhalb der Betriebszeiten rechnet der Ratgeber zu den Objektschutz-Kosten Schritt für Schritt durch.
Was den Preis außerdem bestimmt
| Faktor | Wirkung auf den Preis |
|---|---|
| Einsatzzeit | Nacht-, Sonntags- und Feiertagsstunden sind durch die tariflichen Zuschläge teurer. |
| Qualifikation | Verlangen Sie Sachkundeprüfung oder Berufsabschluss, gelten höhere Lohngruppen. Vorgeschrieben ist die Sachkundeprüfung nur für bestimmte Tätigkeiten, etwa Kontrollgänge in Bereichen mit öffentlichem Verkehr oder den Schutz vor Ladendieben. |
| Dauer und Mindestzeiten | Bei kurzen Einsätzen verteilen sich Planung und Anfahrt auf wenige Stunden. Mindestbuchungen sind verbreitet, bei Brandwachen oft etwa vier Stunden. |
| Laufzeit und Vorlauf | Dauerhafte Aufträge lassen sich mit festen Kräften planen. Einsätze, die schon morgen beginnen sollen, erfordern Umplanung. |
| Entfernung | Für Revierdienst und Alarmverfolgung zählt die Fahrzeit, bei festen Posten vor allem die Anfahrtskosten. |
| Personalstärke | Zwei Kräfte kosten doppelt so viel wie eine – etwa bei mehreren Zugängen oder wenn aus Sicherheitsgründen zu zweit gearbeitet werden soll. |
| Ausstattung und Nachweise | Dienstfahrzeug, Funk, elektronische Kontrollpunkte und ausführliche Berichte kosten Zeit und Geld. |
| Umsatzsteuer | Preise sind meist netto. Wer keine Vorsteuer abziehen kann, trägt die 19 % Umsatzsteuer selbst. |
Personal, Revierdienst oder Technik?
Oft wirkt sich die Einsatzform stärker auf die Kosten aus als der Stundensatz. Die Varianten kosten nicht nur unterschiedlich viel, sie leisten auch Unterschiedliches:
| Einsatzform | Orientierung netto | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Fester Posten | 25–35 € je Stunde am Tag, 28–38 € nachts und am Wochenende; rund um die Uhr ca. 20.000–28.000 € im Monat | Dauerhafte Präsenz, Zutritts- und Besucherkontrolle, Reaktion ohne Anfahrt | Viele Stunden, entsprechend teuer |
| Revierdienst | 25–45 € je Kontrolle | Sichtbare Kontrollen zu wechselnden Zeiten, Schließdienst | Zwischen den Kontrollen ist niemand vor Ort |
| Alarmaufschaltung mit Intervention | 20–60 € im Monat plus 50–100 € je Einsatz | Reaktion, sobald die Anlage auslöst | Braucht eine funktionierende Anlage; bis zum Eintreffen vergeht Fahrzeit |
| Videoturm auf Baustellen (Miete) | 600–1.000 € im Monat plus einmalig 500–900 € | Überwachung großer Flächen, Beweissicherung | Greift nicht selbst ein; Datenschutzregeln sind einzuhalten |
Eine Kombination kann wirtschaftlich sein, etwa tagsüber ein Empfangsposten und nachts eine aufgeschaltete Alarmanlage mit gelegentlichen Kontrollen. Ob das reicht, hängt vom Risiko ab: Eine Kamera hält niemanden fest, und eine Kontrolle um Mitternacht verhindert keinen Einbruch um drei Uhr. Kameras müssen außerdem rechtlich sauber betrieben werden. Worauf es dabei ankommt, steht bei der Videoüberwachung.
Wann ein Angebot zu günstig ist
Aus der Modellrechnung ergibt sich eine grobe Untergrenze. Mit dem Tariflohn von 15,14 € und den jeweils niedrigsten Annahmen für Nebenkosten, Ausfallzeiten, Gemeinkosten und Gewinn kommt man auf rund 24 € je Stunde für Objektschutz am Tag ohne Zuschläge. Liegt ein Angebot deutlich darunter, lohnt die Frage, wie es kalkuliert ist. Das ist eine Einordnung und kein Beweis für unseriöses Arbeiten. Ein Anbieter kann zum Beispiel bewusst auf Gewinn verzichten, um einen Auftrag zu bekommen.
Mögliche Erklärungen für sehr niedrige Preise, nach denen Sie fragen sollten:
- Zuschläge, Anfahrt oder Mindeststunden sind nicht eingerechnet und erscheinen erst auf der Rechnung.
- Der Preis ist anders angegeben, als Sie denken, etwa je Kontrolle statt je Stunde.
- Personal wird über eine Plattform vermittelt, ohne eigene Einsatzleitung. Dann ist zu klären, wer die Bewachungserlaubnis hat und wer vor Ort verantwortlich ist.
- Die Löhne liegen unter dem allgemeinverbindlichen Tarif, oder geleistete Stunden werden nicht vollständig vergütet.
Umgekehrt ist ein hoher Preis kein Qualitätsnachweis. Entscheidend ist, dass Sie nachvollziehen können, welche Leistung Sie für Ihr Geld bekommen.
Angebote vergleichen
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Anbieter dieselbe Leistungsbeschreibung erhalten. Beim Preis sollten Sie diese Fragen beantworten können:
- Ist der Preis netto oder brutto angegeben?
- Wird je Stunde und Kraft, pauschal oder je Kontrolle abgerechnet?
- Sind Zuschläge enthalten, getrennt ausgewiesen oder als Mischsatz eingerechnet?
- Gibt es Mindeststunden, Anfahrtskosten oder Kosten für Änderungen und Absagen?
- Welche Qualifikation ist kalkuliert, und braucht die Aufgabe genau diese Qualifikation?
- Wie werden geleistete Stunden und Kontrollen nachgewiesen?
- Was passiert mit dem Preis, wenn die Tariflöhne zum 1. Januar 2027 steigen?
Welche Nachweise Sie darüber hinaus verlangen sollten – Erlaubnis, Versicherung, Referenzen –, steht in der Checkliste Sicherheitsdienst auswählen.
Wenn Sie bei SOX anfragen, klären wir zuerst Einsatzort, Zeiten und Aufgaben. Die Fragen aus der Liste oben können Sie uns genauso stellen wie jedem anderen Anbieter.
Häufige Fragen
Was kostet ein Sicherheitsdienst pro Stunde?
Warum kostet eine Stunde so viel mehr, als die Sicherheitskraft verdient?
Gibt es einen Mindestlohn für Sicherheitsdienste?
Was kostet Security für eine private Feier?
Sind die genannten Preise inklusive Mehrwertsteuer?
Welche Angaben braucht ein Sicherheitsdienst für ein Angebot?
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