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Einbruchschutz

Einbruchschutz für Haus und Wohnung: Was wirklich hilft

Die meisten Einbrecher wollen schnell, leise und ungesehen hinein. Wer Fenster und Türen so sichert, dass das nicht gelingt, hat schon viel erreicht. Dieser Ratgeber ordnet die Maßnahmen nach ihrer Wirkung, erklärt die Normen, auf die es beim Kauf ankommt, und zeigt, welche Beratung und Förderung es tatsächlich gibt.
Walter Roth, Inhaber von SOX SicherheitsdienstVeröffentlicht am Aktualisiert am
Einbruchschutz für Haus und Wohnung: Was wirklich hilft

Wie häufig eingebrochen wird

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählte 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche, Versuche eingeschlossen. Das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. In Baden-Württemberg stieg die Zahl auf 5.844 Fälle. Das ist ein deutlicher Anstieg, aber noch immer weniger als die Hälfte des Werts von 2015, als im Land 12.255 Einbrüche registriert wurden.

GebietWohnungseinbrüche 2025Veränderung zu 2024Aufklärungsquote
Deutschland82.920+5,7 %14,1 %
Baden-Württemberg5.844+10,6 %17,6 %
Stadt Stuttgart447+15,8 %11,4 %

Quellen: BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025; Landesportal „Sicherheit in Baden-Württemberg“; Polizeipräsidium Stuttgart, PKS 2025.

Für die Vorsorge sind zwei andere Zahlen aufschlussreicher als die Gesamtmenge. Erstens die niedrige Aufklärungsquote: Nur bei etwa jedem siebten Einbruch in Deutschland ermittelt die Polizei einen Tatverdächtigen. Zweitens der hohe Anteil gescheiterter Versuche: 44,9 Prozent der Einbrüche kamen 2025 nicht über den Versuch hinaus. Das Innenministerium Baden-Württemberg formuliert es so: Fast jeder zweite Einbruch scheitert schon beim Versuch. Die Polizeiliche Kriminalprävention führt das nicht zuletzt auf sicherungstechnische Maßnahmen zurück.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Tatzeit. In Stuttgart erfasste die Polizei 2025 von 447 Wohnungseinbrüchen 140 als Tageswohnungseinbruch, also knapp ein Drittel. Wer nur nachts an Sicherheit denkt, übersieht die Stunden, in denen alle bei der Arbeit, in der Schule oder beim Einkaufen sind.

Wie Einbrecher vorgehen

Nach Angaben des Präventionsnetzwerks „Zuhause sicher“ (abgerufen im September 2026) gehen rund 80 Prozent der Einbrüche auf Spontan- und Gelegenheitstäter zurück. Sie wollen niemandem begegnen und mit leichtem Werkzeug schnell hinein und wieder hinaus. Typisch ist ein Schraubendreher, die häufigste Methode das Aufhebeln von Fenstern, Fenstertüren und Türen. Ungesicherte Elemente geben dabei oft in wenigen Sekunden nach. Durch das Glas greifen Täter dagegen selten, weil das Einschlagen Lärm macht und sie sich verletzen können. Laut derselben Quelle stellt die Polizei das in weniger als 10 Prozent der Fälle fest.

Daraus ergibt sich die Reihenfolge, die auch die Polizei empfiehlt: Mechanische Sicherungen stehen an erster Stelle, und zwar an den Stellen, an denen gehebelt wird. Eine Alarmanlage hält niemanden auf, sie erhöht das Risiko, entdeckt zu werden. Am wirksamsten ist die Kombination aus beidem.

Gewohnheiten, die nichts kosten

Bevor Sie Geld ausgeben, lohnt ein Blick auf den Alltag. Diese Punkte schließen Lücken, die keine Technik ausgleicht:

  • Fenster beim Verlassen schließen, nicht kippen. Ein gekipptes Fenster ist für Täter ein offenes Fenster. Wer einen Schaden grob fahrlässig herbeiführt, muss mit einer Kürzung der Versicherungsleistung rechnen (§ 81 Abs. 2 VVG); was im Einzelnen gilt, steht in Ihren Versicherungsbedingungen.
  • Die Haustür abschließen, nicht nur ins Schloss ziehen, auch wenn Sie nur kurz weg sind.
  • Keinen Schlüssel unter der Fußmatte, im Blumentopf oder im Briefkasten deponieren. Nach einem Schlüsselverlust den Zylinder tauschen.
  • Leitern, Gartenmöbel und Mülltonnen so wegräumen, dass sie nicht als Aufstiegshilfe zu Fenstern oder Balkonen dienen.
  • Abwesenheit nicht öffentlich in sozialen Netzwerken ankündigen.
  • Wertgegenstände fotografieren und mit Seriennummern auflisten. Das hilft Polizei und Versicherung, falls doch etwas passiert.
  • Verdächtige Beobachtungen in der Nachbarschaft sofort über 110 melden.

Widerstandsklassen nach DIN EN 1627

Einbruchhemmende Fenster, Türen, Rollläden und Gitter werden nach der Norm DIN EN 1627 in Widerstandsklassen (Resistance Class, kurz RC) eingeteilt. Die Klasse beschreibt, welchem Tätertyp mit welchem Werkzeug ein Bauteil in einer genormten Prüfung wie lange standhält. Die Minuten sind reine Arbeitszeit im Prüflabor, keine Garantie für den Ernstfall. Das „N“ bei RC 1 N und RC 2 N bedeutet, dass die Klasse mit normalem Glas statt mit einbruchhemmender Verglasung erreicht wird.

KlasseWiderstandszeit in der PrüfungAngenommener Täter und Werkzeug
RC 1 Nkeine zeitgebundene HandprüfungGrundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt
RC 2 N und RC 23 MinutenGelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubendreher, Zange und Keil
RC 35 MinutenTäter mit zusätzlichem Schraubendreher und Kuhfuß
RC 410 MinutenErfahrener Täter mit Säge- und Schlagwerkzeug sowie Akku-Bohrmaschine
RC 5 und RC 615 bzw. 20 MinutenErfahrener Täter mit Elektrowerkzeugen bis hin zu leistungsstarken Winkelschleifern

Im privaten Bereich kommen die Klassen RC 1 bis RC 3 zum Einsatz, für normale Häuser und Wohnungen empfiehlt die Polizei RC 2. Die Klassen RC 4 bis RC 6 sind vor allem für Gewerbe gedacht. Entscheidend ist, dass das Element geprüft ist und fachgerecht eingebaut wird. Eine RC-2-Tür in einer schwachen Wand oder mit schlecht befestigtem Rahmen erreicht ihre Klasse nicht. Geprüfte Produkte und Fachbetriebe finden Sie über die Hersteller- und Fachbetriebssuche der Polizei auf k-einbruch.de.

Fenster und Terrassentüren sichern

Beim Neukauf

Für Fenster und Fenstertüren rät die Polizei im normalen Privatbereich zu RC 2. Solche Fenster haben Pilzkopfzapfen-Beschläge, eine einbruchhemmende Verglasung der Klasse P4A und meist abschließbare Griffe. RC 2 N mit normalem Glas ist eine Alternative, wenn kein direkter Angriff auf die Verglasung zu erwarten ist. Wer mehr Schutz möchte, wählt RC 3 mit P5A-Verglasung. RC 1 N genügt nur für höher gelegene Fenster, die sich ausschließlich mit einer Aufstiegshilfe erreichen lassen.

Beim Nachrüsten

Vorhandene Fenster lassen sich oft mit geprüften Nachrüstprodukten verbessern. Die Norm DIN 18104 unterscheidet zwei Arten:

  • Teil 1: aufgeschraubte, sichtbare Zusatzsicherungen. Empfohlen wird mindestens eine Sicherung je laufendem Meter, jeweils auf der Griff- und auf der Bandseite.
  • Teil 2: im Falz eingelassene Sicherungen wie Pilzkopfzapfen mit passenden Sicherheitsschließstücken. Sie sind von außen nicht sichtbar.

Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht, weil sie keinen Schutz gegen Aufhebeln bieten. Sinnvoll sind sie in Verbindung mit einbruchhemmenden Beschlägen. Dasselbe gilt für einbruchhemmendes Glas: Weil Fenster meist aufgehebelt werden, bringt eine neue Scheibe ohne stabile Beschläge wenig. Kellerfenster und Lichtschächte werden mit Gittern oder Abdeckungen geschützt, die stabil befestigt sind und sich nicht einfach abheben lassen. Ob ein altes Fenster sinnvoll nachgerüstet werden kann, hängt vom Zustand von Rahmen und Befestigung ab; das beurteilt ein Fachbetrieb vor Ort.

Haus-, Wohnungs- und Nebentüren

Auch bei Haus- und Wohnungstüren empfiehlt die Polizei für den privaten Bereich RC 2, alternativ RC 2 N, wenn kein direkter Angriff auf eine Verglasung zu erwarten ist. Bei vorhandenen Türen lohnt die Nachrüstung, wenn Türblatt, Zarge und Wand stabil sind. Auf diese Bauteile kommt es an:

BauteilWorauf Sie achten sollten
SchlossEinsteckschloss nach DIN 18251 Klasse 4 oder 5; Schlösser mit Mehrfachverriegelung ab Klasse 3
SchließzylinderProfilzylinder mit Bohrschutz nach DIN 18252 (Angriffswiderstandsklasse 1, besser 2) oder DIN EN 1303
SchutzbeschlagNach DIN 18257, Klasse ES 1 bis ES 3, möglichst mit Zylinderabdeckung
ZusatzsicherungGeprüfte aufschraubbare Zusatzschlösser nach DIN 18104 Teil 1
Schließblech und BandseiteSchließblech mit mindestens 3 mm Materialstärke und verlängerter Verankerung; Bandseitensicherung gegen Aufhebeln
ZubehörWeitwinkelspion mit mindestens 180 Grad, Sperrbügel gegen das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür

Nebeneingänge, Kellertüren und Garagentore mit direktem Zugang ins Haus verdienen denselben Standard wie die Haustür, weil sie oft schlechter einsehbar sind. Neue Garagentore sollten nach DIN/TS 18194 geprüft sein und mindestens RC 2 erreichen. Bei älteren Toren bleibt die Beplankung auch nach einer Nachrüstung eine Schwachstelle; Schwingtore lassen sich zumindest mit einer stabilen Stangenverriegelung sichern. Die Verbindungstür zwischen Garage und Wohnhaus ist in der Regel eine zugelassene Brandschutztür. An ihr sollte nichts eigenmächtig verändert werden; es gibt Türen, die Brand- und Einbruchschutz verbinden. Im Mehrfamilienhaus gehört dazu, die Hauseingangstür geschlossen zu halten und niemanden hereinzulassen, den Sie nicht erwarten.

Nachrüsten als Mieter oder Wohnungseigentümer

Mieter brauchen für bauliche Veränderungen die Erlaubnis des Vermieters. Dient die Veränderung dem Einbruchschutz, haben sie aber einen Anspruch auf diese Erlaubnis (§ 554 BGB). Der Vermieter kann nur ablehnen, wenn ihm der Umbau auch unter Würdigung der Mieterinteressen nicht zuzumuten ist. Mieter können sich verpflichten, dafür eine zusätzliche Sicherheit zu leisten. Vereinbarungen, die dieses Recht zum Nachteil des Mieters einschränken, sind unwirksam.

Ähnlich ist es in Eigentümergemeinschaften: Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die dem Einbruchschutz dienen. Über die Durchführung beschließt die Gemeinschaft (§ 20 Abs. 2 WEG). In beiden Fällen empfiehlt sich eine schriftliche Vereinbarung darüber, was eingebaut wird, wer die Kosten trägt und ob beim Auszug oder Verkauf zurückgebaut werden muss. Keine Erlaubnis brauchen Sie für Hilfsmittel ohne Eingriff in die Bausubstanz, etwa eine Zeitschaltuhr für das Licht.

Alarmanlage als Ergänzung

Eine Einbruchmeldeanlage meldet, dass jemand eindringt oder es versucht. Aufhalten kann sie ihn nicht. Sinnvoll ist sie vor allem dort, wo die Mechanik bereits stimmt und im Alarmfall zuverlässig jemand reagiert. Für normale Häuser und Wohnungen empfiehlt die Polizei Anlagen mit Grad 2 nach DIN EN 50131, das entspricht der VdS-Klasse A. Grad 1 erfüllt die Empfehlung der Polizei nicht.

Die wichtigste Frage beim Kauf lautet: Wer reagiert? Eine Außensirene macht Lärm, eine App-Meldung erreicht Sie vielleicht im Büro oder im Urlaub. Bei einer Aufschaltung gehen die Meldungen bei einer Stelle ein, die den Alarm prüft und bei Bedarf eine Einsatzkraft schickt. Lassen Sie sich im Angebot beschreiben, wer Alarme annimmt, wie geprüft wird und wer hinfährt. Eine direkte Aufschaltung zur Polizei ist nur mit polizeilicher Genehmigung bei besonderer Gefährdung möglich und für normale Privathaushalte in der Regel nicht vorgesehen.

Zum Betrieb gehört Pflege: DIN VDE 0833 sieht Begehung und Inspektion abhängig vom Grad ein- bis viermal pro Jahr vor, eine Wartung einmal im Jahr. Eine Anlage, die oft grundlos auslöst, wird irgendwann nicht mehr ernst genommen oder gar nicht erst eingeschaltet. Für Smart-Home-Systeme mit Einbruchmeldefunktion gibt es eine eigene Norm (DIN VDE V 0826-1). Achten Sie auf die Angabe der Norm, nicht auf Werbebegriffe.

Womit Sie am Markt rechnen sollten

KostenpunktMarktübliche Orientierung
Anlage Grad 2 für Wohnung oder Einfamilienhaus, Funk oder Hybrid, inklusive Montageca. 2.000–6.000 €
Wartung150–400 € pro Jahr
Aufschaltung einer Einbruchmeldeanlage20–60 € pro Monat, Einrichtung einmalig 50–600 €
Alarmverfolgung vor Ort50–100 € je Einsatz inklusive etwa 30–60 Minuten, danach nach Stundensatz

Orientierungswerte (Stand 2026) aus Marktübersichten, keine Preiszusage und keine Preise von SOX. Aufschaltung und Einsätze netto; bei Anlagenpreisen für Privatkunden geht aus den Quellen oft nicht hervor, ob die Umsatzsteuer enthalten ist. Ein verbindliches Angebot hängt vom Objekt ab.

SOX plant und baut Alarmanlagen ein. Bei der Alarmaufschaltung mit Intervention laufen die Alarme bei uns auf, und wir fahren selbst zum Objekt. Die reine Fahrzeit ohne Verkehr liegt ab unserem Sitz in Rutesheim bei rund 8 Minuten nach Leonberg und 29 Minuten nach Stuttgart-Mitte. Wie lange es im Einzelfall dauert, hängt von Verkehr und Einsatzlage ab. Droht Gefahr für Menschen, wählen Sie zuerst 110.

Kameras am Haus: was erlaubt ist

Eine sichtbare Kamera kann Täter abschrecken und bei der Aufklärung helfen. Den Einbruch verhindert sie nicht. Für Privatpersonen gelten klare Grenzen, die die Datenschutzaufsichtsbehörden in ihrer Orientierungshilfe zur Videoüberwachung beschreiben:

  • Die Beobachtung endet an der eigenen Grundstücksgrenze. Straße, Gehweg und öffentliche Parkplätze sind tabu.
  • Erfasst die Kamera das Nachbargrundstück, drohen zivilrechtliche Unterlassungsansprüche.
  • Eine Tonfunktion ist unumkehrbar abzuschalten, da Tonaufnahmen nach § 201 StGB strafbar sein können.
  • Auch Attrappen können Unterlassungsansprüche auslösen, weil sie einen Überwachungsdruck erzeugen.

Sobald andere Menschen ins Bild kommen, etwa Besucher, Zusteller oder andere Hausbewohner, sollten Sie sich vorab mit den Datenschutzregeln befassen; die Aufsichtsbehörden verlangen dann unter anderem ein Hinweisschild vor dem erfassten Bereich. Planung, Ausrichtung und Datenschutzfragen erklären wir ausführlich bei der Videoüberwachung.

Urlaub und längere Abwesenheit

Ein Haus, das verlassen wirkt, fällt auf: ein voller Briefkasten, tagelang geschlossene Rollläden, abends kein Licht. Bitten Sie Nachbarn oder Bekannte, den Briefkasten zu leeren, gelegentlich die Rollläden zu bewegen und die Mülltonne an die Straße zu stellen. Zeitschaltuhren oder eine Smart-Home-Steuerung lassen Licht zu wechselnden Zeiten angehen.

Bei leerstehenden Häusern, sehr langer Abwesenheit oder nach einem Einbruch kommen Kontrollfahrten eines Sicherheitsdienstes infrage: Eine Einsatzkraft prüft zu wechselnden Zeiten Türen, Fenster und Außenbereich und dokumentiert das. Wie solche Fahrten organisiert werden, zeigt der Revier- und Streifendienst.

Kostenlose Beratung, Förderung und Steuer

Kostenlose Beratung durch die Polizei

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt ein Termin bei einer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Die Beratung ist kostenlos, hersteller- und firmenneutral und findet auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause statt.

  • Für die Stadt Stuttgart: Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Stuttgart, Willy-Brandt-Straße 41, Telefon 0711 8990-1230.
  • Für die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg, also etwa für Rutesheim, Leonberg, Sindelfingen oder Ditzingen: das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg mit Standorten in Ludwigsburg und Böblingen.
  • Bundesweit über die Beratungsstellensuche der Polizei.

Wer zusätzlich eine Einschätzung aus Sicht eines Sicherheitsdienstes möchte, etwa zu Alarmwegen oder zur Frage, wer im Ernstfall reagiert, findet sie bei unserer Sicherheitsberatung.

KfW-Kredit 159

Auf ihrer Seite zum Einbruchschutz nennt die KfW derzeit nur den Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Einen KfW-Zuschuss für Einbruchschutz gibt es aktuell nicht. Der Antrag läuft über Ihre Bank und muss gestellt werden, bevor Sie einen Liefer- oder Handwerkervertrag abschließen. Gefördert werden laut den technischen Mindestanforderungen der KfW unter anderem:

  • einbruchhemmende Haus- und Wohnungseingangstüren sowie Garagentore mit direktem Hauszugang ab RC 2,
  • Nachrüstsicherungen für Türen und Fenster nach DIN-Normen,
  • Gitter, Rollläden und Lichtschachtabdeckungen ab RC 2,
  • Einbruchmeldeanlagen nach DIN EN 50131 und DIN VDE 0833 ab Grad 2 sowie Smart-Home-Systeme nach DIN VDE V 0826-1.

Den Einbau muss ein Fachunternehmen übernehmen und in Rechnung stellen. Der Austausch ganzer Fenster wird nicht über den Kredit 159 gefördert, sondern gegebenenfalls über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen auf der Website der KfW.

Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Ohne Kredit können Sie für Arbeiten in Ihrem Haushalt 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr, direkt von der Einkommensteuer abziehen (§ 35a EStG). Materialkosten zählen nicht. Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Überweisung auf das Konto des Betriebs. Für eine Maßnahme, die bereits mit einem zinsverbilligten KfW-Kredit gefördert wird, ist der Steuerbonus ausgeschlossen. Ob er in Ihrem Fall greift, klärt Ihre Steuerberatung.

Checkliste nach Priorität

Sofort und ohne Kosten

  • Fenster beim Verlassen schließen, Türen abschließen
  • Außen versteckte Schlüssel entfernen, Aufstiegshilfen wegräumen
  • Wertsachen fotografieren und auflisten
  • Termin bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle vereinbaren

Als Nächstes

  • Erreichbare Fenster und Fenstertüren mit Nachrüstprodukten nach DIN 18104 sichern
  • Haus- oder Wohnungstür mit Zylinder, Schutzbeschlag, Schließblech und Zusatzsicherung nachrüsten
  • Kellerfenster und Lichtschächte gegen Abheben sichern
  • Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder an Eingängen und dunklen Hausseiten

Bei Neubau, Sanierung oder erhöhtem Schutzbedarf

  • Fenster und Türen mindestens in RC 2 einbauen lassen
  • Alarmanlage mit Grad 2 planen und festlegen, wer im Alarmfall reagiert
  • Kamera nur auf das eigene Grundstück richten, Ton abschalten
  • Vor Vertragsabschluss prüfen, ob der KfW-Kredit 159 oder der Steuerbonus infrage kommt

Wenn doch eingebrochen wurde

  1. Betreten Sie Haus oder Wohnung nicht, wenn Täter noch drinnen sein könnten. Rufen Sie die 110.
  2. Fassen Sie nichts an und räumen Sie nicht auf, bis die Polizei die Spuren gesichert hat.
  3. Lassen Sie gestohlene Bank- und Kreditkarten über den Sperr-Notruf 116 116 sperren.
  4. Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Hausratversicherung und reichen Sie eine Liste der gestohlenen Gegenstände bei der Polizei ein. Fristen und Pflichten stehen in Ihren Versicherungsbedingungen.
  5. Lassen Sie beschädigte Türen oder Fenster provisorisch verschließen. Gelingt das nicht sofort, lässt sich das Objekt bis zur Reparatur bewachen, siehe Objektschutz.
  6. Reparieren Sie die Schwachstelle nicht nur, sondern rüsten Sie sie nach den Empfehlungen oben nach.

Viele Betroffene fühlen sich nach einem Einbruch in den eigenen Räumen lange unsicher. Das ist eine normale Reaktion. Unterstützung bieten Opferhilfeeinrichtungen wie der Weiße Ring.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Schritt beim Einbruchschutz?

Fenster und Türen gegen Aufhebeln sichern. Aufhebeln mit einfachem Werkzeug ist die häufigste Methode. Geprüfte Nachrüstprodukte nach DIN 18104 oder neue Elemente der Widerstandsklasse RC 2 setzen genau dort an. Technik wie eine Alarmanlage ist eine Ergänzung, kein Ersatz.

Welche Widerstandsklasse brauche ich für mein Haus?

Für Häuser und Wohnungen empfiehlt die Polizei Fenster und Türen der Klasse RC 2. RC 2 N mit normalem Glas ist eine anerkannte Alternative, wenn kein direkter Angriff auf die Verglasung zu erwarten ist. RC 1 N genügt nur für höher gelegene Fenster, die sich ausschließlich mit einer Aufstiegshilfe erreichen lassen.

Darf ich als Mieter Sicherungen einbauen?

Für bauliche Veränderungen brauchen Sie die Erlaubnis des Vermieters. Dient der Umbau dem Einbruchschutz, haben Sie nach § 554 BGB einen Anspruch darauf, außer der Umbau ist dem Vermieter nicht zuzumuten. Stellen Sie die Anfrage am besten schriftlich und klären Sie, ob beim Auszug zurückgebaut werden muss.

Gibt es 2026 einen Zuschuss für Einbruchschutz?

Einen KfW-Zuschuss für Einbruchschutz gibt es derzeit nicht. Möglich ist ein zinsgünstiges Darlehen: der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“, der je Wohneinheit bis zu 50.000 Euro umfasst. Wer keinen Kredit nutzt, kann stattdessen 20 Prozent der Handwerker-Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro jährlich, steuerlich geltend machen. Beides für dieselbe Maßnahme zu kombinieren, ist ausgeschlossen.

Darf meine Überwachungskamera den Gehweg vor dem Haus filmen?

Nein. Nach Auffassung der Datenschutzaufsichtsbehörden dürfen Privatpersonen den öffentlichen Raum nicht überwachen, auch nicht aus Sorge vor Einbrüchen. Die Kamera muss so ausgerichtet sein, dass sie nur das eigene Grundstück erfasst. Eine Tonfunktion ist abzuschalten. Mehr dazu bei der Videoüberwachung.

Lohnt sich eine Alarmanlage in einer Mietwohnung?

Das hängt davon ab, wer im Alarmfall reagiert. Eine Sirene allein vertreibt manche Täter, eine Meldung aufs Handy hilft nur, wenn Sie sie bemerken und handeln können. Sinnvoll sind eine Anlage mit mindestens Grad 2 nach DIN EN 50131 und eine klare Regel, wer bei Alarm hinfährt. Die Wohnungstür sollte vorher mechanisch gesichert sein.
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